Mutters Krieg

Von: Peter Gisi

«Mutters Krieg» bezieht sich auf die Zeit der japanischen Besetzung Indonesiens, damals die Kolonie Nederlands-Indië, durch die Japaner ab 1942. Die Mutter des Ich-Erzählers verbrachte fünf Jahre in Internierungslagern, bevor sie mit 17 in die Niederlande ausreisen konnte. Was sie dort an Gewalt und Hunger erfährt, die Ermordung des Vaters und der innere Rückzug ihrer Mutter, prägen sie für ihr weiteres Leben und hinterlassen Spuren in ihren Kindern. Eines davon, der älteste Sohn, geht in diesem Roman, bei dem es sich vermutlich um eine literarisch ausgestaltete Autobiografie handelt, diesen Spuren in seiner eigenen Kindheit und der seiner Mutter nach. Mit grosser Sensibilität und sprachlichem Geschick zeigt er auf, wie Verletzungen und Bewältigungsmuster sich über Generationen hinweg replizieren. (vb)

Ihr Vater war ein niederländischer Unternehmer auf Java, ihre Kindheit verbrachte sie barfuss im Inselparadies – bis der Zweite Weltkrieg und die japanischen Internierungslager kamen und sich alles für immer veränderte. Krieg, wie er auch später in ihrem Haus in Basel herrscht, wo sie mit ihrem Schweizer Ehemann und drei Kindern lebt. Krieg, der in der Familie omnipräsent ist und doch unfassbar. Der ihren ältesten Sohn krank macht, während sie sich innerlich aus der Gegenwart verabschiedet. Als die konfliktreiche Ehe zerbricht, zieht sie mit den Kindern nach Holland. Jahrzehnte später begibt sich ihr Sohn auf Spurensuche: Er will Mutters Krieg und dessen Folgen ins Auge sehen. Peter Gisis Roman ist eine wunderschöne und grausame Reise in die Vergangenheit. Er fragt seine Mutter nach den Ereignissen auf Java, und in seinen eigenen Kindheitserinnerungen webt er mit grossartigen, phantasievollen Bildern den Schrecken weiter. Selten wurde so überwältigend und doch subtil über Traumata geschrieben. (Lenos Verlag)

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