Mutters Krieg
Von: Peter Gisi
- Lenos, Basel, 2022
«Mutters Krieg» bezieht sich auf die Zeit der japanischen Besetzung Indonesiens, damals die Kolonie Nederlands-Indië, durch die Japaner ab 1942. Die Mutter des Ich-Erzählers verbrachte fünf Jahre in Internierungslagern, bevor sie mit 17 in die Niederlande ausreisen konnte. Was sie dort an Gewalt und Hunger erfährt, die Ermordung des Vaters und der innere Rückzug ihrer Mutter, prägen sie für ihr weiteres Leben und hinterlassen Spuren in ihren Kindern. Eines davon, der älteste Sohn, geht in diesem Roman, bei dem es sich vermutlich um eine literarisch ausgestaltete Autobiografie handelt, diesen Spuren in seiner eigenen Kindheit und der seiner Mutter nach. Mit grosser Sensibilität und sprachlichem Geschick zeigt er auf, wie Verletzungen und Bewältigungsmuster sich über Generationen hinweg replizieren. (vb)