Minuit blanc
Von: Maxence Marchand
- L'Âge d'homme, Lausanne, 2019
Nach Narcisse évanoui (Hélice Hélas, 2017), versucht sich Maxence Marchand in Minuit blanc an einem flüchtigen Bewusstseinsstrom, der die Orientierungslosigkeit des Erzählers wiederspiegelt: Frisch getrennt und noch ganz durcheinander, ist er niedergedrückt von der Nichtigkeit eines Umzugs nach dem anderen. Aus dieser Erfahrung der Leere entwickelt sich der Ausdruck eines gewissen generationsbedingten Ekels. Auch wenn es dem Text wohl an Radikalität mangelt, so überzeugt er doch mit seinem ironischen Einsatz des Bewusstseinsstroms. (Aurélien Maignant in Viceversa 14, 2020. Übersetzung Ruth Gantert)