Milch Lait Latte Mleko

Von: Ed Wige

Der Lausanner Verlag Paulette publiziert seit 2016 eine Serie von «Pives» (Tannzapfen): kurze Texte – sie zählen ungefähr 50'000 Zeichen – werden in schöner Gestaltung und mit einer Seriengrafik präsentiert, die zu ihrem Markenzeichen geworden ist. In Milch lait latte mleko (2023) erzählt ein Mädchen aus Ex-Jugoslawien, das mit seiner Mutter in der Schweiz gelandet ist, in lebhaftem Stil seine Abenteuer. Wir kommt es mit all den Umzügen und befremdenden Erlebnissen zurecht, da es so viel zu tun gibt und die Mutter am liebsten einen Schlussstrich unter die Vergangenheit ziehen würde? Gälte es nicht, den Vater wiederzufinden und ein wenig Ordnung in das Wirrwarr zu bringen? Amüsant und packend betrachtet Ed Wige das politische Exil mit den Augen eines Kindes und befasst sich fast beiläufig mit wichtigen Fragen: Welches Selbstbild schaffen wir uns aus dem Reden – und Schweigen – der anderen? Wie kommt man nach der Flucht aus dem eigenen Land an einem anderen Ort an? (ala Übers. rg)

Une petite fille arrive en Suisse avec sa mère pour fuir la guerre. Ballottée entre les langues, les souvenirs et les combines de survie, elle raconte son nouveau quotidien, marqué par la Bündnerfleisch et le chocolat. Mais une question se fait lancinante : où est passé son père ? Avec un tact d’une rare maîtrise, Ed Wige aborde les sujets graves que sont l’exil et les conséquences de la guerre, sous l’apparence de la légèreté. Un texte plein de malice. (présentation du livre, Paulette éditrice)