Même en terre

Von: Thomas Sandoz

«Même en terre, ne jamais abandonner un enfant» (Nicht einmal unter der Erde soll man ein Kind verlassen). Dieses Gebot der Treue bestimmt den Protagonisten der faszinierenden Erzählung von Thomas Sandoz. Der früh gealterte Mann arbeitet als Gärtner auf einem Friedhof. Er pflanzt Blumen auf die Gräber, erhält gewissenhaft die Erinnerung an die von den Lebenden zu früh vergessenen Kindern. Mit Langsamkeit, den ritualiserten Gesten des Gärtners folgend, atmet die poetische Sprache die Erhabenheit des Ortes ein, zwingt uns zu Respekt und zur Andacht. Doch die Hingabe des Protagonisten erhält immer stärker unheimliche Dimensionen. Der Gärtner hegt ein eigenes «Projekt»: die Kinder ausgraben, um sich nie wieder von ihnen trennen zu müssen. Die Erzählung folgt der Figur in ihrem Wahnsinn: das Resultat ist von verstörender Schönheit. Même en terre befragt mit grosser Intensität unsere Beziehung zum Tod. Gegenüber jenen, die keinen Augenblick Halt machen können, um ihrer Toten zu gedenken, und dagegen bereit sind, den Friedhof in ein Immobilienprojekt zu verwandeln, scheint die einzige möglich Antwort – die genau so krank ist – die Profanation seitens des Gärtners.

Même en terre
Il se penche sur chaque tombe dont il a reçu la charge pour enlever les gerbes fanées, essuyer les chiures, redresser les bougeoirs de plastique rouge. Il renforce aussi les camélias et autres rhododendrons qui tapissent ces antichambres du repos. Puis il va chercher les seaux qu'il a disposés en retrait de la haie qui délimite le quartier N2 pour récupérer l'eau acide des pluies. Pour un peu, il siffloterait en travaillant. (Présentation du roman, éditions d'autre part)

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