Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch
Von: Michelle Steinbeck
- Lenos, Basel, 2016
Michelle Steinbecks Debütroman liest sich wie ein Traum: Die Figuren sind konturlos, tauchen aus dem Nichts aus und verschwinden ebenso plötzlich; ein Kausalitätsprinzip gibt es in dieser Welt nicht. Als die Protagonistin Loribeth eines Tages aus Versehen ein Kind tötet, packt sie es in einen Koffer und macht sich auf die Suche nach ihrem Vater. Auf ihrer Odyssee trifft sie Männer, in die sie sich immer sofort verliebt, eine Wahrsagerin, die ihr Beziehungsprobleme zu ihrem Vater attestiert, eine Künstlergruppe auf einer Insel – stets begleitet sie das nicht immer ganz so tote Kind im Koffer sowie ein dumpfes Unbehagen, Ekel und Angst vor ihrer Umwelt und ein unbändiger Hunger. Steinbeck gelingt mit dieser fantastischen aber auch grausamen Reise Loribeths ein ebenso skurriles wie poetisches Debüt. (mk)