Manitoba
Von: Linus Reichlin
- Galiani, Berlin, 2016
Was für eine spannende Geschichte: Da gibt es die Tagebücher der Urgrossmutter, die in den späten 1880er-Jahren als Lehrerin in einer Missionsschule arbeitet und dort einen schönen stattlichen Mann, einen Indianer, kennenlernt, in den sie sich verliebt – und er sich in sie. Wenn das alles stimmt, würde der Ich-Erzähler also von den Arapaho abstammen. Um der Wahrheit auf den Grund zu gehen, macht er sich auf Recherchereise, mit unerwartetem Ausgang. Manitoba von Linus Reichlin ist ein vielschichtiger Roman, getragen von den Verflechtungen verschiedener Erzählstränge. Kunstvoll gelingt es dem Autor, die Leserin, den Leser auf die Reise mit seinem Protagonisten mitzunehmen und die Glaubwürdigkeit seiner Geschichte nicht infrage zu stellen, solange kein Anlass dazu besteht. (lst)