Louis oder der Ritt auf der Schildkröte

Von: Michael Hugentobler

Michael Hugentoblers Debüt beruht auf einer wahren Begebenheit – ironischerweise, denn es ist eine Lügengeschichte. Sie erzählt das Leben des Schweizers Hans Roth, der mit 13 von zuhause abhaut, sich neu erfindet als Louis de Montesanto mit adliger Abstammung und so durch die Welt reist. Seine Abenteuergeschichten vom Leben mit den Ureinwohner Australiens faszinieren die Gesellschaft, er wird gefeiert, bis er als Lügner entlarvt wird. Der Autor erzählt virtuos und lustvoll, lässt seinen Erzähler immer wieder betonen, dass eine Geschichte gut und nur zweitrangig wahr sein muss. So ist sein Romandebüt eine Ode an die dichterische Freiheit, hält aber auch einer sensationslüsternen, urteilenden Gesellschaft den Spiegel vor. (mk)

Als Hans Roth wurde er 1849 in einem Bergdorf geboren, als Louis de Montesanto – Weltreisender, Bestsellerautor und Hochstapler – stirbt er 1921 in London. 13-jährig floh er in die Welt: Mit einer Schauspielerin wohnte er in Paris, in London wurde er zum Butler, mit einem Gouverneur schiffte er sich nach Perth ein. Er verliebte sich bei den Aborigines, jagte Warane, heiratete in Sydney und zog mit einem Wanderzirkus durchs Land. Zurück in London dichtete er seinem erstaunlichen Leben noch so einiges hinzu. Michael Hugentobler erzählt das Leben eines wagemutigen Exzentrikers, der stets darauf bedacht war, frei und unabhängig zu bleiben in der großen weiten Welt. (Buchpräsentation dtv)

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