Literatur und Zeitung

Von: Stefanie Leuenberger

In 16 Beiträgen dokumentiert und analysiert der Tagungsband Literatur und Zeitung die Zusammenarbeit zwischen Literaturschaffenden und dem Journalismus in der Deutschschweiz von Jeremias Gotthelf bis Dieter Bachmann. Das Feuilleton hat Autorinnen und Autoren neben sicheren Einkünften eine «Vorschule» ihres künftigen Werks geboten und die Entwicklung neuer Schreibweisen erlaubt. Manche für den Tag geschriebenen Texte wurden zu grosser Literatur, und in manchen Romanen hat sich diese von ihrem kurzlebigen Bruder, dem Journalismus, inspirieren lassen. (dr)

Literatur und Zeitung

herausgegeben von Stefanie Leuenberger, Dominik Müller, Corinna Jäger-Trees und Ralph Müller

Die Zeitung sei das Stiefkind der Literatur, wird oft behauptet. Der Band «Literatur und Zeitung» versammelt dagegen neue Belege dafür, dass die Literatur den Journalismus ebenso befruchten kann wie der Journalismus die Literatur. Gross ist die Zahl von Autoren der deutschsprachigen Schweiz, die – wie Gotthelf, Inglin, Loosli oder Frisch – zuerst als Journalisten an die Öffentlichkeit treten und sich so an ihre literarischen Werke heranschreiben. An Robert Walser, Emmy Hennings, Friedrich Dürrenmatt oder Hansjörg Schneider lässt sich studieren, wie journalistische Gebrauchsformen (Kolumne, Fortsetzungsroman, Reportage) literarische Kreativität freisetzen. Arnold Kübler («Zürcher Illustrierte») oder Otto Kleiber («National-Zeitung») beweisen, dass sich ein Grenzverkehr zwischen Journalismus und Literatur auch innovativen Zeitungsredaktoren verdanken kann. Sie holen die Literatur in die Zeitung, wogegen die Zeitung in der Literatur erscheint, wenn Otto F. Walter oder Hermann Burger sie in ihren Romanen thematisieren. (Kurztext Chronos Verlag)

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