Les Enfants seuls
Von: Céline Cerny
- Éditions d’autre part, Genève, 2015
Les Enfants seuls ist ein feinfühliges Buch, weitab vom kommerziellen Spektakel der Herbstneuheiten und vom «obligaten» Roman. Es beginnt wie ein Kindervers, und dieses Piepsstimmchen, zwischen unterdrückten Tränen und trotzigem Lachen, zieht sich durch die 22 kurzen Geschichten. Alle sind aus der Perspektive von einsamen Kindern erzählt, in einem bald naiven, bald drolligen Ton. Gefühle sind omnipräsent, ohne sich aufzudrängen. Die Tragik wird nicht dick aufgetragen, doch es wird auch nichts versteckt oder beschönigt. Der Stil folgt konsequent der fragilen Situation der Sprechenden: «Wenn ich gross bin, habe ich keine Eltern mehr»: Rhythmisch, prägnant, kompromisslos. Die Kulturvermittlerin Céline Cerny, die mit Les Enfants seuls ihr erstes literarisches Werk veröffentlicht, beantwortet vier Fragen des Literaturwissenschaftlers und Autors Jérôme Meizoz. (jm, Übers. rg)