L'Enfant de Chine

Von: Luc Jorand

In seinem ersten Erzählband beschreibt Luc Jorand in der dritten Person einen Abendländer, der nach China kam um dort ein neues Leben zu beginnen, sich jedoch weigerte, sich in die chinesische Gesellschaft zu integrieren. Der Selbstausschluss wird sein grundlegendes Merkmal. Als Kompass durch das abendliche oder nächtliche Peking, eine reizlose Landschaft mit einer unendlichen, unverständlichen Peripherie, dient ihm allein eine Obsession: die reine und zugleich ungesunde Liebe zu Nigel, einem vor-pubertären Kind einer ausgewanderten amerikanischen Familie. Er beobachtet ihn still, folgt ihm, verkriecht sich des Nachts auf dem Treppenabsatz zu dessen Wohnung, überzeugt – und mit ihm der Erzähler – von der einzigartigen Schönheit seiner Hingabe. Das Gespenst der Pädophilie ist zwar sehr präsent, wenn auch niemals explizit, und dies in einem Buch, das oft an _Tod in Venedig_erinnert, obschon das gut dargestellte urbane Umfeld ein ganz anderes ist.
Im zweiten Teil - er spielt im Tageslicht und im Sommer – ist der Kontakt zwischen dem Protagonisten und der Familie bereits hergestellt. Dieser weniger spannungsvolle Teil scheint jedoch nicht den ihm angemessenen Stil zu finden, während im ersten Teil der Rhythmus der Sätze perfekt funktioniert. Das Gefühl der Entfremdung bleibt unverändert: China bleibt unverständlich und mit ihm Nigel.

L'Enfant de Chine
« Nigel. L’enfant blond qui lui ravissait sa peur, qui lui rappelait un autre monde, plus à l’ouest. Il la mêlerait à la nuit, elle aussi, l’envelopperait de lueurs. Ils vivraient ensemble, s’écoutant l’un l’autre, se communiquant cette nouvelle ferveur, par la rue chinoise. La rue. L’espace qu’il faudrait briser, coûte que coûte, pour se joindre. Ces milliers d’âmes qu’ils allaient fendre, et qui les perdraient, une heure durant, dans la vie de la ville. » (Extrait)

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