Le Royaume des oiseaux
Von: Marie Gaulis
- Zoé, Carouge-Genève, 2016
Vier Vorfahren der Erzählerin lassen nacheinander die «harte Trägheit» ihres Lebens in einem Schloss der Savoyen auferstehen, wobei Marie Gaulis’ ganze poetische Feinheit zu Tage tritt. Das weit ausholende, leichtfüssige Satzgefüge zeugt von der lässigen Gelöstheit, die jeder ihrer Figuren eigen ist. In diesen Monologen findet sich keine Nostalgie, nur der Befund einer Übergangszeit, eines unabwendbaren Zusammenbruchs des Familiengeschlechts, das ebenso dem Verschwinden anheim fällt wie sich die Urgesellschaften auflösen. Die Natur übernimmt wieder die Herrschaft über das Schloss, das zur Ruine verfällt – ein langsamer Prozess, geschildert in einem Roman mit zartem animistischen Charme. (mb, Übers. rg)