Le Masseur aveugle
Von: Catalin Dorian Florescu, Übersetzung: Nicole Casanova
- Liana Levi, Paris, 2008
Teodor, der als Jugendlicher mit seiner Familie aus Rumänien geflohen war, entschloss plötzlich - und entgegen seines beruflichen Erfolgs - in sein Heimatland zurückzukehren. Ein zerfasertes und gewalttätiges Land, in dem aber der Protagonist und Erzähler dennoch Raum zu finden scheint. In einem abgelegenen Thermalbad tritt eine seltsame Figur in den Freundeskreis ein: Ion Palatinus, ein Blinder, der 30'000 Bücher besitzt. Viele Bewohner des Ortes, die dieser autoritären Figur in gewissem Masse unterworfen sind, registrieren für ihn die Bücher. In seiner Dichte strömt Der blinde Masseur [Le masseur aveugle] von Catalin Dorian Florescu eine existentielle Atmosphäre aus: das Leben erscheint als ein Patchwork unzähliger Geschichten, in denen die Suche nach dem Glück nicht an der Tagesordnung ist, sondern die Intensität Lebens und des Auf-der-Welt-seins, genügen können.