Le Garçon qui ne voulait pas sortir du bain
Von: Michaël Perruchoud
- Faim de siècle & Cousu mouche, Genève, 2013
In seinem Roman noir Le Garcon qui ne voulait pas sortir du bain kombiniert Michaël Perruchoud die Register des Kriminalromans, der Intimität und der Ironie. Hauptfigur ist ein scheinbar ruhiger Familienvater, der von zwei Ereignissen seiner Vergangenheit eingeholt wird: Als Kind erlitt er einen sexuellen Missbrauch, und als Erwachsener beging er ein doppeltes Verbrechen. Er tut alles, um die Monster der Vergangenheit zu begraben, doch vergebens. Der Autor knüpft seine Handelsstränge geschickt rund um die Frage «Kann man gleichzeitig Opfer und Täter sein?». Sein direkter Ton vereint Grossmut und eine trockene Empathie – fast unerträglich in der Episode des Kindsmissbrauchs, spannend was die Geschichte betrifft und berührend in der Schilderung des Familienlebens. (ev, Übers. rg)