Le Blues des vocations éphémères
Von: Alain Bagnoud
- L'Aire, Vevey, 2010
Mit _Le blues des vocations éphémères _schliesst der ursprünglich aus dem Wallis stammende Alain Bagnoud eine Faction-Trilogie, in welcher er Anfänge thematisiert. In La leçon des choses en un jour (2006) ging es um den Eingang in das Alter der Vernunft, während in Le jour du dragon (2008) um die verschiedenen Initiationen eines 14. jährigen Jugendlichen und jetzt geht es um einen besonderen Tag im Leben seines 21.-jährigen Alter-Ego. Dieser hat sein Walliser Geburtsdorf verlassen, um in Genf zu studieren: seine Träume und Gewissheiten werden dabei allerdings durch die Realität stark auf die Probe gesetzt, dann, zum Beispiel, wenn sein Kindheitsfreund ihm seine Homosexualität verrät. Ausserdem fühlt sich der Erzähler nicht mehr seinem Geburtsort zugehörig, seiner neuen Wahlheimat Genf aber auch noch nicht. Die Erzählung führt uns in die 80er-Jahre, am Morgen in die Hörsäle, abends auf ein Dorffest ins Wallis und vor allem führt sie uns in den Kopf eines jungen Mannes, der von widersprüchlichen Wünschen von Emanzipation und Zugehörigkeit bewohnt is. Und inmitten all der verlorenen Illusionen, macht sich eine neue Berufung breit: das Schreiben.