L’attimo dopo
Von: Massimo Gezzi
- Sossella, Roma, 2009
_L'attimo dopo _ist der zweite Gedichtband von Massimo Gezzi, der 1976 in der Region Marche geboren und nun nach Bern verpflanzt, wo er als Literaturwissenschaftler und Übersetzer aus dem Englischen tätig ist. Seine Gedichte sind Geschichten von Umherirrungen, welche von zerbrechlichen und gleichzeitig konkreten Konstruktionen durchsät sind, mit welchen die Menschen ihr unendliches Exil zu bannen suchen: Häuser, Zimmer, Mauern, Backsteine. Zu ihnen paaren sich Erzählungen über Orte, Situationen, über vergängliche und immer flüchtigere Gesichter, welchen die Worte einen Halt geben, unabsetzbarer als die Idee der Dinge selbst. So schildert der Dichter die eigene Fehlbarkeit im Wissen, im Verstehen, und er tut dies in einem wachsamen Gesang, der niemals laut wird, aber wenig Raum für Illusionen oder erlösende Visionen lässt und vor Fragen und Widerrufungen nicht zurückschreckt. Gezzis Schreibweise ist schlicht, handfest, sie hat eine starke Präsenz, sie bewegt nicht nur "Wasser und Blut", sondern rüttelt auch die Gewissen auf, stellt in Frage, denn sie will "die Stagnation unterbrechen, deine Ruhe stören". _L'attimo dopo _richtet an uns Leser die Mahnung, nicht zu fliehen, standzuhalten, um "nichts aus den Augen zu verlieren", und niemals nachzulassen, im ständigen Versuch, Entwürfe möglicher und provisorischer Antworten zu umreissen.