L'Application
Von: Arnaud Robert
- art, Lausanne/Genève, 2010
Urbane und markante Gestaltung, dickes Hochglanzpapier: die ersten zwei Bände der Serie «Hors-bord» sind alternativ und prunkvoll zugleich. Sieben dünne Bände sind insgesamt angekündigt. Die Texte stammen aus der Feder von Arnaud Robert. Frédéric Clot ist der Autor der Bilder die, serienweise, seine Erzählungen skandieren. Der erste Band, L'Application, stellt uns Yang gegenüber, ein fiktiver chinesischer Künstler, der in naher Zukunft Kunst-Papst werden wird. Die zeitliche Vorausschau erlaubt es, zwischen Karikaturen und Wunschvorstellungen, die Beziehungen zwischen der Kunst und der heutigen Gesellschaft zu entwickeln. Der zweite Band, Les Dimanches, erzählt die bewegende Geschichte einer Familie, deren Ort und Zeit unmöglich zu bestimmen sind. Hier zerschlagen sich von Generation zu Generation die künstlerischen Bestrebungen. Die Schreibweise von Arnaud Robert ist frohlockend und voller Phantasie, ausgestattet mit einem guten Sinn für Metaphern. Zudem hat der Autor eine ganz eigene Art den Erzählfaden zu schwingen, ohne ihn zu verlieren. Zwischen schülerhaften Augenzwinkern, mutwilligen Klischees und komplizenhaften Hieben gegenüber der Gender-Literatur, finden diese ersten zwei Werke dennoch ihren Sinn und ihre Einheit in einer tiefen Melancholie, zwischen dem Drama Eltern zu sein und dem Drama Kind zu sein; zwischen Bestrebungen, Auflehnung und Scheitern; zwischen heute und morgen.