L'Amour nègre
Von: Jean-Michel Olivier
- De Fallois/L'Âge d'Homme, Paris/Lausanne, 2010
L'Amour nègre , der den Prix Interallié 2010 gewann, zeichnet ein Portrait einer globalisierten Welt aus der Sicht eines kleinen, dem Busch entrissenen Afrikaners. Im Tausch gegen einen Plasmabildschirm an ein Star-Ehepaar verkauft – eine Art Doppelgänger von Brad Pitt und Angelina Jolie – reist Adam über fünf Kontinente und entdeckt die Irrlichter des künstlichen Lebens : die Masslosigkeit des Hollywood-Showbusiness, die Welt der Stars, die Droge, den Sextourismus. Als Abenteuerroman angelegt will L' _Amour nègre_eine Satire einer sich auflösenden Welt sein. Allerdings empört sich der Protagonist nie über das, was er antrifft. Arglos stellt er fest, ohne jemals zu urteilen. Dies macht seine Stärke aus, und es ist auch die Stärke dieses Romans, der apsychologisch sein will. Er ist in einer schnellen, wirkungsvollen und bildhaften Sprache geschrieben, doch leider vergreift er sich in Beschreibungen eines oft übereilten und konturenlosen Bling-Bling, das der Karikatur ihre scharfen Konturen nimmt.
(cf, Übersetzung von ja)