La Poésie en chemins de ronde
Von: Alexandre Voisard
- Empreintes, Chavannes-près-Renens, 2010
Das neueste Buch des Jurassiers Alexandre Voisard, 1930 geboren und eine der wichtigsten Stimmen der Lyrik der Romandie, versammelt Gedichte und Prosafragmente über die Unmöglichkeit, die Poesie zu definieren. Einige Aussagen widersprechen sich, lassen etliche Fragen über das Schaffen des Dichters offen – seine Hoffnungen, seine Misserfolge – und bieten dem Leser ein breites Spektrum von Richtungen, von daher vielleicht der Plural des Titels ( _Chemins de ronde _ist der Wehrgang rund um die Stadtmauern, Anm. d. Ü.).
Der Titel lässt auch an einen Wächter denken, dessen Laterne im Text oft vorkommt, doch deutet er auch auf militärische Metaphern hin, welche der Autor mit ziemlicher Insistenz dekliniert. Die Arbeit des Dichters wird hier mit einem permanenten Krieg gleichgestellt, in dem es darum geht, die Beziehung zwischen Sprache und der Ordnung der Dinge neu zu definieren.
Die Gedichte von Voisard, ganz auf der Linie derer von Jean Follian, nehmen sich laut Aussage des Autors vor, in ihren knappen Formen «einen Ort für jeden Gegenstand» zu verdichten, selbst und besonders dann, wenn es ihnen gelingt, gleichzeitig ihre vergängliche Entzückung zu äussern, die sichere Unterordnung einer angekündigten Auflösung.
Später bekräftigt der Dichter wieder sein Vertrauen in die Poesie. Freude steigt also auf, ein Abenteuer zu einem glücklichen Ende geführt zu haben. Eine Auswahl feinfühliger Photogramme von Jacques Bélat begleiten die bodennahen, aber auch die gewaltsamsten, Texte des Autors.