La campana di Marbach
Von: Renato Martinoni
- Guanda, Parma, 2020
Martinoni befasst sich mit Antonio Ligabues Lehrjahren und erzählt die problematische Jugend des Künstlers. Antonio wird in der Schweiz als Kind einer italienischen Emigrantin geboren, die ihn schon als Säugling verlässt. In Konflikt mit den Adoptiveltern und mit einer konservativen Gesellschaft, die erfolglos versucht, den Jungen zu integrieren, wird er schließlich ausgewiesen. Dem Autor geht es nicht um den Mythos des verdammten Künstlers, sondern um das Schicksal der italienischen Einwanderer am Anfang des 20.Jahrhunderts. Aus der Innenperspektive schildert er die Lebensbedingungen seiner Figuren in einer Sprache, die aufs Wesentliche zielt und die Wiederholung einsetzt, um ihre Not und ihr Elend zu schildern, die eintönige saisonale Arbeit, die den Geist abstumpft, die Folkloregeschichten und gesänge, Hunger und Armut, die sie zu ewigem Nomadentum zwingen. (mfu, Übers. rg)