irgendwann vielleicht

Von: Li Mollet

«Was soll jemand tun, wenn das Darüberhinaus seiner Anstrengung keinen Widerhall erzeugt, wenn er abseits steht, wenn ihn bloss sein Echo findet […], zum Beispiel hier in diesem Buch?» Was muss jemand getan haben, damit ihm dieses Abseits zustösst? Für gewöhnlich folgt diegetisches Sprechen der Figur der Metonymie, lyrisches derjenigen der Metapher. Li Mollets Erzählen siedelt sich im Zwischen-, im Echoraum beider Sprechweisen an. Seine Leserinnen und Leser hören vorstellend, wahrnehmend, imaginierend  das metaphorisierende andere Wort stets mit, wenn sie sich Satz für Satz, Wort für Wort durch den Text bewegen. (wmf)

irgendwann vielleicht
«Das Rot der wilden Rebe kündigt kurze Tage an, Kastanien und Katarrh. Die Schmetterlinge verpuppen sich an feinen Zweigen. Alltägliches kann betrachtet werden. Mängel sind geduldet. Vorläufiges ist gegeben. Irritation unvermeidlich. Erhofft wird die Möglichkeit der Metamorphose. Bei so viel Überfluss, sagt jemand, lohnt es sich, asketisch zu leben. Mein Versuch, die Welt im Kopfstand zu betrachten, scheitert an den fallenden Falten meines Kleides. Auch diese Blackbox geizt nicht mit Bildern. Man kann sich zum Veränderlichen verhalten, sagt er und reibt sich einen Fleck vom Ärmel. Das könnte immer wieder geschehen, die Wiederholung des Ähnlichen, sage ich.» (Klappentext, edition taberna kritika)

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