In Sepps Welt

Von: Urs Allemann

Kombinatorik, Überschreibung und Verfremdung sind grundlegende Strategien, mit denen Urs Allemann seine Gedichte infiziert. Ein Sprachverliebter in Wort und Tat unterzieht er die klassische Lyrik einer poetologischen Verwerfung, um sie sich lustvoll durch den Mund gehen zu lassen. In Sepps Welt präsentiert eine Palette von neuen «Gedichten und ähnlichen Dingen», in denen Allemann seine Arbeit an und mit der Sprache lesbar macht. Leicht will er es damit den Lesenden nicht machen. Das «gedicht ist eine reflexion», seine Lektüre ist somit auch ein Stück rezeptiver Arbeit, am besten laut gelesen. (bm)

In Sepps Welt
In Sepps Welt sind Gedichte dazu da, demontiert und remontiert zu werden. Trakl-, Rilke-, George-Verse machen Platz für «Ersatzgedichte», in denen sie unüberhörbar im Untergrund weitertuten. Mal werden «Versuchssätze zur Poesie des Ungrammatischen» ausprobiert, mal «schnupperausflüge zum haikupol» unternommen. Mit elfsilbigen Elftonversen wagt sich der Dichter «für nichts aufs eis», und «das psychott» hat Glück oder Pech, indem es «durch die schaffott falln». Urs Allemann und sein entfernter thölgscher Namensvetter Örs Allgmann präsentieren und streiten sich brieflich über «idchtöne» (Dichtung) aus Thölg – Gedichte in jenem vokalarmen fernnördlichen Inselidiom, in dem etwa ein Weihnachtslied «lgdsg rdgsglt igr schngg» beginnt. Sogar ein «poetologisches Statement zur Metapher» wird abgegeben, demzufolge das Gedicht AAL und BAAL und YAMASHITA wie auch, wahlweise, ZABAIONE oder eine ZYTOTOXIZITÄT ist. Happy End: Onkel Harry steigt, als er 97 wird, aus seinem Doppelsarg und liest eine Zeile Celan. (Klappentext Klever Verlag)

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