Im Fallen lernt die Feder fliegen

Von: Usama Al Shahmani

Aida und Daniels Beziehung steckt in einer Krise. Während er mehr über ihre irakische Herkunft wissen möchte und sie dazu ermuntert, ihre Geschichte aufzuarbeiten, schweigt sie sich über ihre Vergangenheit und ihre arabischen Wurzeln aus. Weder über die Beziehung zu ihren Eltern noch über die zweifache Flucht aus dem Irak in die Schweiz will sie mit Daniel sprechen. Erst allmählich beginnt sie ihre Geschichte schreibend festzuhalten und nähert sich so ihrem Herkunftsland und ihrem Elternhaus an. Al Shahmani erzählt mit einer stark bildhaften, einfachen Sprache die eindrückliche und tragische Geschichte von Aidas Flucht, ihrer Emanzipation von der Familie und ihrer Suche nach einem selbstbestimmten Leben. (fb)

Die irakischstämmige Aida verleugnet ihre Herkunft, was immer wieder zu Streit mit ihrem Freund führt. In ihrer Not setzt sie sich hin und beginnt aufzuschreiben, was sie nicht sagen kann. Geboren in einem iranischen Flüchtlingslager, kam sie mit ihren Eltern und der älteren Schwester in die Schweiz. Die Mädchen gehen zur Schule, aber ihre Eltern kommen mit dem westlichen Alltag nicht zurecht und verklären mehr und mehr ihre Heimat. Der Vater, ein konservativer Theologe, beschliesst schliesslich, mit der ganzen Familie in den Irak zurückzukehren. Aber was für die Eltern die Heimat ist, die sie einst verlassen haben, ist für die beiden Schwestern ein fremdes Land. Als die Ältere verheiratet werden soll, fliehen sie nun ihrerseits und gelangen als unbegleitete Minderjährige in die Schweiz. Aber auch sie lässt die Vergangenheit nicht los. Wieder gelingt es Usama Al Shahmani, vielschichtig von der grossen inneren Anstrengung von Flüchtlingen bei ihren Integrationsbemühungen zu erzählen und dabei immer ein Fenster zur Hoffnung offenzulassen. Und nicht zuletzt überwindet er selbst die Mühsal des Exils durch das Verschmelzen der arabischen mit der westlichen Kultur im Erzählen. (Buchpräsentation Limmat Verlag)

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