Hunde im Weltraum

Von: Matthias Amann

Der Zürcher Autor und Absolvent des Schweizerischen Literaturinstituts Matthias Amann gelingt mit dem Erzählband Hunde im Weltraum ein beachtliches Debüt. Die neun sorgfältig komponierten Erzählungen zeigen in einer sachlichen und sehr präzisen Sprache Lebenswelten junger Erwachsener. Es sind Menschen aus einem urbanen Umfeld, wie sie in Zürich anzutreffen sind. Vom Studienabbrecher, der als Velokurier durch die Strassen kurvt, bis zum Mitarbeiter im diplomatischen Corps, der von einer Dienstreise zur nächsten hetzt und dazwischen ungerührt an der Beerdigung seines Vaters teilnimmt. (jh)

Andreas, mit einem Gerichtsfall befasst, steht vor dreieinhalb Meter Akten und soll darin die Wahrheit ausfindig machen. Fabienne und ihr Freund suchen am Samstag Abend den ultimativen sexuellen Kick, um am Sonntagnachmittag bei den Eltern Kuchen zu essen. Und schließlich Philipp, Fahrradkurier, der sich sein Fahrrad – seinen Silberpfeil – klauen lässt. Matthias Amanns Figuren, auf der Zürcher Langstrasse, vor Susan’s Tattoo-Shop, im Kosmonautenmuseum in Moskau oder in Oman unterwegs, ahnen, dass sie die Fährte verloren haben. Das Leben war einfach schneller. Wie sich der verträumte Einzelgänger im Dachstock, das junge Paar im Schrebergarten, der Fahrradkurier ohne Fahrrad langsam an eine unsichtbare Linie herantasten, sie berühren und manchmal überschreiten, davon erzählen die klug gebauten und sprachlich dichten Geschichten. Und nicht zuletzt vom Unbehagen an einer Welt, in der man Hunde im All vergisst. (Buchpräsentation Rotpunktverlag)

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