Hiver à Sokcho
Von: Elisa Shua Dusapin
- Zoé, Carouge-Genève, 2016
Der Romanerstling der jungen Autorin Elisa Shua Dusapin versetzt die Leser mitten in eine kleine südkoreanische Hafenstadt, nah an der Grenze zu Nordkorea. In Sokcho betäubt die Winterkälte den Geist, und nach dem Ende der Badesaison versinkt die Stadt in einer Art Erstarrung. Auf der Suche nach Inspiration lässt sich ein Comiczeichner aus der Normandie in der kleinen Pension von Herrn Park nieder, wo ihn die Erzählerin empfängt, eine junge Frau in den Zwanzigern, deren Leben mit der Ankunft des rätselhaften Franzosen eine Wende nimmt. Der melancholische und anschauliche Ton der Erzählung überzeugt ebenso wie die persönliche Sicht auf die koreanische Gesellschaft, die der Kriegsbedrohung halb teilnahmslos, halb angsterfüllt begegnet. (sm, Übers. rg)