Hinter der Hecke die Welt

Von: Gianna Molinari

Pina und Lobo sind die letzten Kinder in dem kleinen Dorf, das den Schauplatz bildet in Gianna Molinaris neuem Roman. Das Dorf schrumpft, die Kinder sind die Zukunft, weshalb ihr Wachsen hoffnungsvoll beobachtet wird. Wenn sie gross sind, sollen sie dem Dorf zu neuer Grösse verhelfen, nur: Pina und Lobo sind schon länger nicht mehr gewachsen. Die einzige, die wuchert, ist eine gigantische Hecke, der ganze Stolz des Dorfes. Doch während Doras Mutter weit weg in der Arktis nach Sedimentproben sucht, gerät das Dorfgefüge zusehends aus der Balance. Hinter der Hecke die Welt erzählt mit poetischer Ruhe von Wachstum und Stillstand, von engen Banden und Einsamkeit, von Menschen und der Natur. (ts)

Ein Dorf hat Angst vor dem Verschwinden. Deshalb trifft es Massnahmen: Die bei den Touristinnen und Touristen beliebte Hecke wird gehegt und gepflegt, der Stand der Dorfkasse wird regelmäßig überprüft. Vor allem aber kümmert man sich um Pina und Lobo, denn die Kinder sind die Zukunft des Dorfes. Doch Pina und Lobo wachsen schon lange nicht mehr. Während das Dorf auf die Wachstumsschübe der Kinder wartet, beobachtet Pinas Mutter in der Arktis, wie das Eis schmilzt und Grenzen sich verschieben. Nach ihrem gefeierten Debüt legt Gianna Molinari erneut ein eindrucksvolles Porträt über die wechselseitige Durchdringung von Natur und Kultur vor, einen Roman, der unsere Vorstellungen von Wachstum und Stillstand hinterfragt und dabei ebenso viel poetische wie politische Kraft entfaltet. (Aufbau Verlag)

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