Herr Anselm
Von: Arno Camenisch
- Engeler, Schupfart, 2019
Der Abwart der Dorfschule hält auf dem Friedhof Zwiesprache mit seiner verstorbenen Frau. Er ist gekommen, um ihr von der bevorstehenden Schliessung der Schule zu erzählen, die er seit 33 Jahren wie ein Schiff durch alle Unbilden der Zeit steuert.
Herr Anselm ist eine typische Camenischfigur: Er beobachtet den Lauf der Welt von einem unauffälligen Platz aus, neigt zu Melancholie und zu Nostalgie, und verfügt über einen feinen, subversiven Humor. Ein philosophisches Staunen ergreift ihn angesichts des Sternenhimmels und pragmatisch-philosophisch ist sein Umgang mit den Schülern. Nur wenn er seine Meinungen zu den pädagogischen Reizthemen unserer Zeit zum Besten gibt, flacht er deutlich ab. Stets originell und treffend sind auch in diesem Roman die Sprachbilder, gut gemischt die bekannten Ingredienzien des Autors. (Verena Bühler in Viceversa 14, 2020)