Halt auf Verlangen

Von: Urs Faes

In Halt auf Verlangen schildert Urs Faes eindrücklich eine Reise zwischen Hoffen und Bangen. An einem späten Septembertag macht sich der Schriftsteller auf den Weg quer durch die Stadt. Es ist die erste Fahrt mit dem Tram Nr. 11 von zuhause ins Spital zur Bestrahlung. Vierzig Mal wird er den Weg fahren. Der Lektor hat ihm zu schreiben geraten, um sich von den trüben Gedanken abzulenken. Dabei denkt der Schriftsteller an Simone, und an Iris oder Ruth. Und er erinnert sich an den Vater, der einst Tramführer war. Nur an einer Station verspürte er damals ein dringliches Verlangen nach einem Halt: Beim Kino Odeon im Tal der Kindheit, wenn Emilie auf ihn wartete. (bm)

Halt auf Verlangen
Unmittelbar nach der Diagnose findet er keine Worte. Erst später, bei der täglichen Fahrt quer durch die Stadt, versucht er, die Dinge zu benennen, aufzuschreiben, was ihm geschieht: die Unterwelt der Onkologie, die Müdigkeit nach der Bestrahlung, die Erinnerung an Kindheit und Herkunft, an Straßenbahnfahrten mit dem Vater und Kino mit der Jugendfreundin Mile, an Verlassenwerden in Paris und den Abschied von seiner Geliebten. Den möglichen Tod vor Augen, stellt er sich die Frage nach dem Gelebten und dem Versäumten, nach dem, was Antrieb war, was Begehren und was Liebe. (Buchpräsentation Suhrkamp)

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