Händler der Geheimnisse

Von: Elisabeth Bronfen

In ihrem ersten Roman Händler der Geheimnisse folgt die emeritierte Literaturprofessorin Elisabeth Bronfen dem aktuellen Trend zur Autofiktion: Ihre in München aufgewachsene Heldin Eva Bromfield ist eine Literaturprofessorin amerikanisch-jüdischer und deutscher Herkunft. Als sie die Nachricht vom unerwarteten Tod ihres Vaters in einem New Yorker Spital erhält, macht sie sich auf, um die Umstände des Todesfalls zu klären. Die Recherchen, die sie in New York anstellt, bringen Geheimnisse um ihren Vater ans Licht, der im Zweiten Weltkrieg als Besatzungsoffizier in Deutschland stationiert war, wohin er später zurückkehrte. Der Versuch, den Figuren der Elterngeneration über das Thema der Geheimhaltung Shakespeare’sches Format zu verleihen, vermag nicht zu überzeugen. Interessant ist hingegen das aus der Perspektive dieser speziellen Familie gezeichnete Bild des Lebens in Deutschland während und nach dem Zweiten Weltkrieg. (vb)

Fünfzig Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs stirbt der jüdisch-amerikanische Veteran George Bromfield auf verdächtige Weise in einem Krankenhaus in New York. Kann es sein, dass seine zweite Ehefrau seinen Tod beschleunigt hat? Beim Versuch, die mysteriösen Todesumstände aufzudecken, graben seine Tochter Eva und ihr Bruder Max immer tiefer in der geheimnisumwobenen Vergangenheit ihres Vaters. In München und New York gehen die Geschwister auf Spurensuche, um herauszufinden, warum ihr Vater nach Kriegsende nach Bayern zurückgekehrt ist und wie das mit seiner Freundschaft mit einem Porträtmaler und Nazikollaborateur zusammenhängt. Gekonnt verbindet Elisabeth Bronfen eine Spionagegeschichte mit einem Familiendrama und stellt dabei das Nachwirken einer Kultur der Geheimhaltung dar, wie sie für die Nachkriegszeit ab 1945 prägend war. (Limmat Verlag)

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