Gratosoglio

Von: Andrea Bianchetti

Andrea Bianchettis Band Gratosoglio präsentiert sich als Tagebuch in Versen, das grösstenteils aus den Erinnerungen seiner Grossmutter Gianna besteht, mit der der Autor in der Entstehungszeit intensive Gespräche führte. Daraus entstand eine zugleich persönliche und kollektive Geschichte, die private Ereignisse mit einer historischen Dimension überlagert und die Entwicklungen und Veränderungen in der Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg im feinen Gewebe der Familienchronik darlegt. Mit seinem schlichten Stil und der umgangssprachlichen Sprache beruft sich Gratosoglio auf die Würde einer Geschichte «von unten», mit Erinnerungen der kleinen Leute, und setzt damit ein Zeichen gegen die Fixierung auf die Gegenwart und gegen die Banalisierung der Vergangenheit. (Ariele Morinini in Viceversa 14, 2020. Übersetzung Ruth Gantert)

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