«Georg Schaffner arbeitet als Korrektor für eine Tageszeitung, die von einem Mediengrosskonzern aufgekauft wird, der bald darauf Text- und Inserate-Korrektur trennt und die ersten Kündigungen ausspricht. Am neu eingeführtenFreitagsapéro hält der Betriebspsychologe einen Vortrag, in dem er jeweils jenen Spirit beschwört, der die Mitarbeitenden dienstbar machen soll. Gogi, wie ihn seine wenigen Angehörigen und Freunde nennen, realisiert, dass er den Vorgaben aus der Chefetage nicht mehr nachleben kann und will. Er wird in die Inserate-Abteilung versetzt. Ein Abstieg. Wenn er auf sein bisheriges Leben zurückschaut, kommt es ihm vor, als habe er seit seiner Jugend die Realität und die eigenen Möglichkeiten verschlafen.
Seit Wochen fehlen im Supermarkt Gemüse und Früchte; Vitamintabletten sind kein Ersatz. Von den äusserst wirkungsvollen braunen Pillen besitzt Gogi noch zwei. Überhaupt: Die politische und zivilgesellschaftliche Lage verschärft sich; die digitale ›neue‹ Welt gerät aus den Fugen. Wer zahlen kann, zieht in eine der bewachten Siedlungen. Nach längerer Zeit meldet sich Markus, ein Jugendfreund, wieder und bietet Gogi eine Fluchtmöglichkeit an. Dieser willigt ein, unter einer Bedingung: Renée, seine Nachbarin, die für ihn in den vergangenen Wochen ein Geschenk des Schicksals geworden ist, soll ihn begleiten.
Mit einer wuchtig-eruptiven Sprache verknüpft Monica Schwenk die Fülle von Episoden, Reflexionen und inneren Monologen. Daneben ist der dreiteilige Roman mit grotesker Komik durchsetzt, die wie ein Abgesang auf das Verschwinden der Qualitätsmedien wirkt.»
(Katharina Kienholz/Buchpräsentation
edition pudelundpinscher)