Giallo d'Avola
Von: Paolo Di Stefano
- Sellerio, Palermo, 2013
Nach dem polyfonen Roman La catastròfa (Sellerio, 2011) der die Erinnerung an das Bergwerkunglück von Marcinelle (8. August 1956) bewahrt, geht Paolo di Stefano mit Giallo d’Avola von einem Gerichtsfall aus, der die sizilianische Justiz zwischen 1954 und 1961 beschäftigte: am 6. Oktober 1954 verschwindet der Bauer Paolo Gallo; zurück bleiben lediglich seine Baskenmütze und einige Blutflecken. Sein Bruder Salvatore – mit Paolo seit je in offenem Streit voller Grobheiten, Schläge und Beschimpfungen – wird mit seinem Sohn zusammen des Mordes angeklagt und inhaftiert. Einfühlsam und menschlich zeichnet Di Stefano in seinem Gerichtskrimi ein Milieu, das zerrissen ist zwischen Modernität und Rückständigkeit. (yb, Übers. rg)