Geschichten im Vorübergehen

Von: Jürgen Theobaldy

In 68 kurzen Texten verleiht Jürgen Theobaldy Alltagsvorkommnissen und -menschen parabolischen Charakter. Meist spielen sich die Szenen in Bern ab, der «Bundesstadt», Bern und Nicht-Bern in einem. In scharf formulierter Unschärfe zeigt der Autor, dass es immer auch anders herum geht. Die vielen Gestalten, die das Buch bevölkern, sind in ihrer Wunderlichkeit harmlos, könnten aber auch Unheil hervorrufen. Mit dem Erzählten wird das Erzählen selbst zum Thema. Was Walter Benjamin einst von der Kunst des Erzählens erwartete, «Musterstücke des Weltlaufs», bietet Theobaldy, indem er aus Gesprächen, aus Beobachtungen und Zeitungslektüren schöpft und den Begebenheiten und Menschen ihre Geheimnisse belässt. (dr)

Jürgen Theobaldy hat eine Sammlung locker verknüpfter Kurzgeschichten, Anekdoten, Berichte und Kürzestnovellen eines namenlosen, in Bern seine Tage zubringenden Ich-Erzählers geschrieben. Aufmerksam für alltägliche, skurrile bis beklemmende Vorfälle in der Bundesstadt, nimmt er auch die höhere Wahrheit des frei Erfundenen, gar Erträumten in Anspruch oder schweift mal auf ferne Kontinente aus, schliesslich geht es nicht um Heimatliteratur. (Buchpräsentation Verlag die brotsuppe)

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