Favorita

Von: Michelle Steinbeck

In Michelle Steinbecks zweitem Roman Favorita verschlägt es die Protagonistin Fila auf eine wilde Reise durch Italien und die Vergangenheit. Nachdem ihre Mutter verstorben ist, möchte sie herausfinden, wer sie getötet hat. Auf ihrer fantastischen Spurensuche verliert sie sich immer wieder; und begegnet dabei feministischen Kämpferinnen, Geistern oder faschistischen Weinbauern. Mit seiner verspielten, eigenwilligen Sprache beschäftigt sich Favorita in erster Linie mit Fragen der Zugehörigkeit und Identität, und zeigt mit dem Finger auf patriarchale Gewalt und deren Auswirkungen auf Filas Vorfahrinnen. (jr)

«Es tut mir leid, deine Mutter wurde getötet.» Mit diesen Worten beginnt Filas Odyssee zwischen Lebenden und Toten: Von der Schweiz, in der sie aufgewachsen ist, nach Italien, das ihre Grossmutter als junge Frau verlassen hat und wohin ihre Mutter verschwunden ist. Fila zeichnet die Wege der beiden Frauen nach, begleitet von den Gestalten, denen sie unterwegs begegnet: revolutionäre Amazonen, faschistische Deserteure und der Geist einer jungen Bäuerin mit durchschnittener Kehle. Der Roadtrip auf den Spuren ihrer geheimnisvollen Mutter führt sie zum mutmasslichen Mörder – und mitten ins Herz des Zirkels, der das Land kontrolliert. Fila sitzt in der Falle. Aber sie ist nicht allein. Diese italienische Reise rauscht durch Städte und Wälder, durch Einsamkeit und Feierei in die Abgründe unserer Zeit: *Favorita* ist ein literarischer Rachekrimi mit eigenwilligem Humor, der Fragen nach Identität, Zugehörigkeit, sexuellem Begehren und patriarchaler Gewalt spielerisch auf den Punkt bringt. (Park x Ullstein)

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