Fast wie ein Bruder
Von: Alain Claude Sulzer
- Galiani, Berlin, 2024
Der schuldbewusste Rückblick auf eine Freundschaft, die mehr verdient hätte: Alain Claude Sulzers neuer Roman Fast wie ein Bruder bietet effektives, psychologisch reizvolles Erzählen und mindestens einen wirklich tollen Twist. Sprachlich bleibt der Roman allerdings in den Furchen bekannter Erzähl- und Beschreibungsmuster gefangen. Die Geschichte des namenlosen Erzählers und seines Freundes Frank, dem früh verstorbenen Künstlergenie, besticht deshalb vor allem durch die introspektive Art, mit der zwischenmenschliche Nähe- und Distanzverhältnisse beleuchtet werden. (tl)