En passant schlägt im Schach ein Bauer einen andern, der allzu schnell an ihm vorbeiziehen will. Anders in der Poesie: hier ist ein aufmerksam Vorbeigehender der Glücklichere, der da oder dort den Gewinn davonträgt. Das zeichnet die Gedichte von Kurt Aebli aus: dass wir in Zeitlupe versetzt werden und genauer zu sehen beginnen, wo scheinbar Unwesentliches, beinah nichts geschieht; dass jedoch in diesen Momenten die Differenz erfahrbar wird zwischen Alleinsein und Einsamkeit – die Sichtweise einer entblößten Existenz.
> Selbstgespräch im Nebel
>
> Du kannst nichts machen, das ist
> dein Leben, im Fall eines andern
> Verlaufs wärst du
> ein Anderer,
> einer, der anderes
> bereut,
> einer von denen,
> die dir noch rätselhafter
> vorkommen als du dir selbst.
(Buchpräsentation
Wolfbach Verlag)