Dorffrieden

Von: Lorenz Langenegger

Lorenz Langenegger erzählt in seinem dritten Roman Dorffrieden die Geschichte des Polizeiwachtmeisters Wattenhofer («mit besonderen Aufgaben im Quartierdienst») die sich nicht recht zu einem spannenden Krimi entwickeln will. Wattenhofer befragt Leute, ermittelt an verschiedenen Schauplätzen, doch die Teile fügen sich nicht zusammen – er verstrickt sich in Notlügen gegenüber seiner Frau und muss den Fall unbedingt lösen, um ihr sein Verhalten mit einer «vernünftige Geschichte» erklären zu können. Ums Geschichtenerzählen geht es in Dorffrieden im Wesentlichen und Langenegger ist ein fantastischer Erzähler. Er spielt mit Krimistereotypen um sie auch gleich zu verwerfen und erzeugt Spannung durch die feine und humorvolle Charakterisierung seiner Protagonisten. (mk)

Dorffrieden
Ist die Woche vorbei, kann sich Wattenhofer sagen: «Jetzt ist schon wieder nichts passiert», und das ist gut so. Zwei mal zwei Kilometer misst der Flecken Idylle in der Provinz, wo er die Obrigkeit verkörpert und als Polizeiwachtmeister darüber wacht, dass nichts passiert. Doch eines Tages, just vorm Wochenende, erhält er einen Hinweis, und er geht ihm nach. Gründlich. Und entdeckt einen Schlüssel zu einem Garderobenschrank im örtlichen Schwimmbad. Dieser Schlüssel führt ihn zu einer Sporttasche, und in dieser Sporttasche findet er ein Foto, zerrissen, und auf dem Foto erkennt er seinen Sohn. Auf einmal ist nichts mehr, wie es war, nicht in seinem Hoheitsgebiet und nicht in seinem Leben. Wie aus heiterem Himmel ist da ein Fall, der größer und größer wird, und plötzlich geht es um alles. (Buchpräsentation Jung und Jung)