Die Vielgeliebte meines Mannes
Von: Margrit Schriber
- Nagel & Kimche, Zürich, 2020
Pointenreich und mit sarkastischem Humor entwirft Margrit Schriber ein Sittengemälde aus den sechziger Jahren in der trügerischen Idylle eines Schweizer Dorfes zwischen See und Bergen. Charly und Rosy beginnen da in ihr Eheleben, nachdem Charly die Stelle als Organist angetreten hat. Die Attraktion des Dorfes ist die exzentrische Madam Benz, die auch Charlys Blicke auf sich zieht. Gleichzeitig wird er von seinen Chormädchen angehimmelt, die Rosy mit hasserfüllter Arroganz begegnen. Unbekümmert und verliebt versucht Rosy allen Hindernissen zu trotzen, findet aber keinerlei Unterstützung durch ihren affektierten Ehemann. Wie beim Betreten eines Sees der Untergrund aufgewirbelt wird, so fördert auch die Geschichte immer mehr Schmutz zutage und endet unausweichlich in einer Katastrophe. (ls)