«Selbst wenn er das Rätsel löste, würde die Welt danach unerklärlicher zurückbleiben als zuvor». Wenn ein Kriminalkommissar solche Gedanken hegt, dann muss ein Fall ja sonderbare Wendungen nehmen. Judith Kuckart beschreibt sie alle in ihrem Roman _Die_ _Verdächtige_. Ein Mensch verschwindet, eine Frau macht sich verdächtig, ein Kommissar ermittelt. Mit diesen Komponenten täuscht Judith Kuckart listig einen Kriminalroman vor, der sich den gesetzen des Genres aber immer wieder entzieht. Kuckarts Spannungsbogen beginnt zu mäandern, zu trudeln. Der Zauber dieses Buches liegt aber darin, dass er dennoch langsam, zögernd auf das eigentliche Ziel zusteuert: die Auflösung des Falles. Und die Meisterschaft der Autorin beweist sich darin, dass die aller Umwege zum Trotz diesen Fall auflösen will, auch wenn die Welt danach unerklärlicher zurückbleibt.
Es geschieht leicht, dass sich zwei Menschen missverstehen. Mit diesem Roman bestätigt Judith Kuckart ihr feines Gespür für leicht verwackelte Beziehungsgefüge.