die spinne
Von: Eva Maria Leuenberger
- Droschl, Graz, 2024
Spinnen sind Künstlerinnen, zugleich verkörpern sie das Unheil. In dieser Ambivalenz lässt sie Eva Maria Leuenberger in ihrem mehrteiligen Gedicht die spinne auftreten. Das lyrische Ich liegt auf dem Bett, schaut zur Decke hoch und beobachtet, wie eine Spinne über ihr ein Netz webt. In Gedanken lässt sich das Ich hinwegtragen und den deplorablen Zustand der Welt ins Auge fassen. Doch immer wieder kehrt es zurück zu einem Du, das es liebend anspricht. Leuenbergers Gedicht bleibt in der zarten Schwebe. Es ist Poesie pur, die andeutet, was sich nur schwer ausdrücken lässt. (bm)