Die Ränder der Welt

Von: Jens Steiner

Kristian Aavik, der Protagonist in Jens Steiners viertem Roman, lässt sein Leben in Erinnerungen Revue passieren. Dabei fällt auf, dass er kaum richtungsweisende Entscheide in seinem Leben trifft. Als Künstler ist er ein Beobachter der Welt. Der Sohn estnischer Flüchtlinge wächst in den 1950er Jahren in Kleinhüningen auf und trifft dort auf den dänischen Jungen Mikkel Jacobsen, der sich als unzuverlässiger Freund erweist. Nach einem grossen Vertrauensbruch löst sich Kristian schliesslich von ihm. Das Leben verschlägt ihn nach Argentinien, in die Schweiz und nach Estland, bevor er sich auf den Weg nach Christiansø macht, wo die schwierige frühe Beziehung in einem anderen Licht erscheint. Mit der Figur Kristians hinterfragt Jens Steiner das Lebensmodell der ambitiösen Lebensplanerinnen und -planern, denen heute die öffentliche Aufmerksamkeit gilt. (vb)

Als Sohn estnischer Auswanderer wächst Kristian im Basel der Nachkriegszeit auf und freundet sich mit dem Nachbarsjungen Mikkel an. Mikkel rotiert wie ein Kreisel durchs Leben und macht sich, kaum erwachsen, auf nach Dänemark, wo er sich einer Gruppe junger Künstler anschliesst. Und Kristian bald nachholt. Auch Kristian findet in Dänemark Inspiration für seine Bildhauerei. Aber dann schlägt Mikkel sein Leben aus den Fugen, indem er eine Affäre mit Kristians grosser Liebe Selma beginnt. Die Wut jagt Kristian durch die Welt, bis ins ferne Patagonien, wo er neu anfangen kann. Erst viele Jahre später reist Kristian wieder zurück nach Europa und erhält einen mysteriösen Brief, der ihn auf die kleine Fähre nach Christansø schickt... (Hoffmann und Campe)

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