Die Liebenden von Mantua

Von: Ralph Dutli

«Die Liebenden von Mantua», zwei Skelette aus der Jungsteinzeit, die 2007 ausgegraben wurden, bilden das Zentrum von Dutlis Roman. Das Handlungsgerüst besteht aus einer Kriminalgeschichte, in der ein verrückter Conte eine neue Religion gründen will und einen Schriftsteller gefangen hält, damit er ihm mit Hilfe der grossen Bibliothek auf seinem Landgut das Evangelium für diese neue Religion schreibt. Seine Elemente hat Dutli so lose arrangiert, dass er zwischen ihnen über das schreiben kann, was ihn eigentlich bewegt: Mantua, die Kunst und das Lebensgefühl der italienischen Renaissance, die Philosophie und die Religion, die Sinnlichkeit, das Leben. Dutli tut dies überbordend und sprachoriginell, allerdings nicht ohne dabei auch beflissen und belehrend zu wirken. (vb)

Die Liebenden von Mantua
Seit 6000 Jahren lagen sie sich in den Armen: Als 2007 die aus der Jungsteinzeit stammenden Skelette zweier junger Menschen bei der Stadt Mantua ausgegraben wurden, gingen die Bilder um die Welt. »Romeo und Julia aus der Steinzeit« - so lautete die Sensationsmeldung. Dann kamen die Krise und der »verfluchte Frühling«, das Erdbeben im Mai 2012, die Renaissance-Stadt Mantua hatte andere Sorgen. In Ralph Dutlis Roman ist das berühmte Steinzeitpaar nach Untersuchungen in einem archäologischen Laboratorium plötzlich verschwunden, und so macht sich der Schriftsteller Manu auf die Suche. Doch bald ist er selber unauffindbar. Entführt auf das Anwesen eines dubiosen Grafen, soll er eine neue Religion der Liebe begründen helfen, nicht mit dem Gekreuzigten als zentralem Symbol, sondern mit dem Bild der Liebenden von Mantua ... In einer Zwischenwelt aus Realität und Traum flimmert das Mantua der Renaissance, der Maler Mantegna soll noch einmal sein berühmtes »Zimmer der Vermählten« malen, der Dichter Vergil fliegt als erstaunter Beobachter über seine Heimatstadt Mantua, und es geschehen mehrere merkwürdige Morde. »Die Liebenden von Mantua« ist ein Roman über die Erdbebenzonen des Lebens, über eine neue Liebesutopie, über Religion und Renaissance, den unsicheren Status der Wirklichkeit und die unheimliche Macht der Schrift. (Buchpräsentation Wallstein Verlag)

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