Die Liebenden von Mantua
Von: Ralph Dutli
- Wallstein, Göttingen, 2015
«Die Liebenden von Mantua», zwei Skelette aus der Jungsteinzeit, die 2007 ausgegraben wurden, bilden das Zentrum von Dutlis Roman. Das Handlungsgerüst besteht aus einer Kriminalgeschichte, in der ein verrückter Conte eine neue Religion gründen will und einen Schriftsteller gefangen hält, damit er ihm mit Hilfe der grossen Bibliothek auf seinem Landgut das Evangelium für diese neue Religion schreibt. Seine Elemente hat Dutli so lose arrangiert, dass er zwischen ihnen über das schreiben kann, was ihn eigentlich bewegt: Mantua, die Kunst und das Lebensgefühl der italienischen Renaissance, die Philosophie und die Religion, die Sinnlichkeit, das Leben. Dutli tut dies überbordend und sprachoriginell, allerdings nicht ohne dabei auch beflissen und belehrend zu wirken. (vb)