Die Kur
Von: Arno Camenisch
- Engeler, Solothurn, 2015
Ein frisch pensioniertes namenloses Ehepaar verbringt einen Kurzurlaub in einem noblen Hotel im Engadin. Die beiden sind als Gegenpole angelegt: Seine Gedanken kreisen um den Tod und er wäre überhaupt am liebsten zu Hause geblieben, sie ist lebenslustig und macht Pläne für die Zukunft. Der Roman entwickelt sich fast ausschliesslich in den Dialogen dieses schrulligen, manchmal skurrilen, aber menschlich immer anrührenden Paares. «Die grosse Kunst des Lebens ist der Tod» - dieses Zitat auf der Rückseite des Umschlags umschreibt das Thema des Romans besser als der Titel Die Kur. In einem mitternächtlichen Tanz in der Hotelbar begegnen sich das Leben und der Tod. Tragik und Komik vermischen sich meisterhaft, ebenso wie Tiefsinn und Allgemeinplätze. Die Sprache mit ihrer eigenwillige Metaphorik, den Einsprengseln aus dem Dialekt und aus dem Romanischen und ihrer grossen Konzentration ist ein Genuss. (vb)