Die Hochhausspringerin

Von: Julia von Lucadou

In ihrem subtilen Zukunftsroman Die Hochhausspringerin entwirft Julia von Lucadou eine Gesellschaft, die Fitness und Activity über alles stellt. Dies geschieht nicht ohne Absicht, denn mit Blick auf die Gesundheit, die es zu bewahren gilt, vergeht die Lust auf die Gegenwart. Riva, ein Star in der Szene der Hochhausspringer, verweigert sich eines Tages ihrem Sport und ihren Sponsoren. Eine Psychologin soll dafür sorgen, dass sie wieder funktionstüchtig wird. Sie hat dafür Zugriff auf alle verfügbaren Daten und Bilder. So sehr dieses Vorhaben misslingt, so sehr gelingt es Julia von Lucadou, ein System der totalitären Fürsorglichkeit zu entwerfen, das literarisch überzeugt. (bm)

Riva ist Hochhausspringerin – ein perfekt funktionierender Mensch mit Millionen Fans. Doch plötzlich weigert sie sich zu trainieren. Kameras sind allgegenwärtig in ihrer Welt, aber sie weiß nicht, dass sie gezielt beobachtet wird: Hitomi, eine andere junge Frau, soll Riva wieder gefügig machen. Wenn sie ihren Auftrag nicht erfüllt, droht die Ausweisung in die Peripherien, wo die Menschen im Schmutz leben, ohne Möglichkeit, der Gesellschaft zu dienen. Was macht den Menschen menschlich, wenn er perfekt funktioniert? *Die Hochhausspringerin* führt in eine brillante neue Welt, die so plausibel ist wie bitterkalt. Julia von Lucadou erzählt von ihr mit der Meisterschaft der großen Erzählungen über unsere Zukunft. (Buchpräsentation Hanser Berlin)

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