Die Erfindung des Ungehorsams

Von: Martina Clavadetscher

Künstliche Intelligenz, Emanzipation, Herkunft und die eigene Bestimmung: Martina Clavadetscher lässt drei Frauenfiguren sprechen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch quer durch Raum und Zeit miteinander verbunden sind. Dieses dichte, klangvolle Schauermärchen öffnet die Tür zu einer düsteren Welt, die nur gerade eine Handvoll Jahre in der Zukunft liegt. Die Entdeckung des Ungehorsams macht deutlich, wie komplex und konfliktbeladen das Zusammenleben von Menschen und K.I.s sein wird, und welche Bedeutung der Literatur zukommt. (ts)

Hitze, Regen, beißender Gestank. Iris tigert in Manhattan durch ihr Penthouse und wartet voller Ungeduld auf die nächste Dinnerparty, die ihr wieder ein wenig Leben einhaucht. Ling, angestellt in einer Sexpuppenfabrik im Südosten Chinas, kontrolliert künstliche Frauenkörper auf Herstellungsfehler, bevor sie sich abends bei Filmklassikern in ihre Einsamkeit zurückzieht. Und im alten, düsteren Europa folgt Ada ihren mathematischen Obsessionen, träumt von Berechnungen und neuartigen Maschinen, das Ungeheuerliche stets im Kopf. Drei Frauen in drei Welten: Sie alle sind auf der Suche nach einer Antwort – nach dem Kern der Dinge. Und sie alle sind, ohne es zu ahnen, miteinander verbunden. (Unionsverlag)

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