Die Aufdrängung

Von: Ariane Koch

Kleinstadtliteratur aus der Schweiz strahlt oft genau das aus, wogegen sie anschreibt: Mief. Nicht bei Ariane Kochs Debütroman. Ein Gast wird in einem zu grossen Haus in einer zu kleinen Stadt zur Belastung – oder dazu gemacht, denn die Gastgeberin ergeht sich genüsslich in jeder Art von Unbehagen. Was folgt, ist eine kühle Fuge voller hinterhältiger Ideen über Gastsein und Gastgeben, über unterdrückte Wünsche und überspannte Unterstellungen. Stil und Stimmung scheinen die Handlung in einer bizarren Schneekugel zu platzieren, die vielleicht Tim Burton designt hat. Einfach grossartig. (Tobias Lambrecht in Viceversa Literatur 16, 2022)

Eine junge Frau fristet ihr Dasein in einem zu großen Haus in einer zu kleinen Stadt neben einem dreieckigen Berg. Als dort ein Gast auftaucht, nimmt sie ihn kurzerhand bei sich auf. Der Gast ist ihr so vielversprechend neu wie fremd und wird schnell zum einnehmenden Mittelpunkt, aber auch Opfer inquisitorischer Machtfantasien. Bis er den Fängen der zunehmend obsessiven Hausherrin schließlich entkommt und sie selbst, wieder allein, eine lang ersehnte Reise antritt und nun ihrerseits zur Gästin wird. *Die Aufdrängung* ist ein wunderbar eigensinnig erzählter Roman, der Fragen nach dem Bekannten und Unbekannten, nach Herkunft und Heimat, nach Assimilation und Integration, nach Privatsphäre und Gastfreundlichkeit stellt. Ein Debüt, dessen Lust am Fabulieren und Fantasieren mitreißt. (Suhrkamp)

Mehr zu Die Aufdrängung