Deux sœurs
Von: Michel Layaz
- Zoé, Genève, 2011
Michel Layaz (1963) veröffentlicht mit Deux sœurs (Zwei Schwestern) den zehnten Roman, der in einer wilden und fröhlichen Sprache gehalten ist. Die mit einem Jahr Abstand geborenen beiden Schwestern sind zwei Teenager, die alleine in einem alten Haus leben, das von einem grossen, wilden Garten umgeben ist, in welchem eine mächtige Linde thront. Der Vater wurde in die Psychiatrie interniert und die Mutter ist nach Amerika abgehauen, um dort eine Liebe auszuleben. Sie sind erfinderisch, sie sind "von Lust erfüllt", spielen Puppentheater mir Skeletten von Katzen und Hunde, schreien und fluchen, springen nackt auf den Fauteuils herum. Michel Layaz findet wie die zwei Schwestern Gefallen daran, "die Vokale zu übergiessen, die Konsonanten zu geniessen, der Welt zuzusehen, wie sie sich im Widerschein der Worte reflektiert". Diese Suche nach Originalität, nach spielerischem Genuss, ist manchmal etwas krampfhaft : gewisse Passagen erscheinen zu artifiziell und haben den Geschmack einer abgekupferten Kindheit. Es wäre dennoch falsch, die sprudelnde Sprache des Autors zu verurteilen, denn er bemüht sich um ein echtes literarisches Unterfangen und schenkt uns damit eine gute Frühlingsbrise. (mr, Übersetzung von ja)