Deux petites maîtresses zen
Von: Blaise Hofmann
- Zoé, Genève, 2021
Nach mehreren Reiseberichten und nach dem Libretto für die Fête des Vignerons begibt Blaise Hofmann sich wieder auf Reisen mit Deux petites maîtresses zen (Zoé). Er erzählt darin sieben Monate mit seiner Familie auf dem Weg von Japan bis nach Indien. Die Ängste der Eltern, die zunehmende Standardisierung des Reisens und die chaotische Neugestaltung eines glokalisierten Planeten mitten in der Covid-Pandemie können der Zen-Kunst der beiden Kinder des Erzähler-Autors, Eve und Alice, nichts anhaben. In ständigem Zwiegespräch mit literarischen Vagabunden des vorigen Jahrhunderts verschliesst der oft solipsistische Text zuweilen die Augen vor den Absurditäten des zeitgenössischen westlichen Tourismus, lässt aber durchaus eine Bitterkeit spüren. Der Sprachduktus transportiert etwas von unserer heutigen Fassungslosigkeit, von der Schwierigkeit, Raum und Zeit der aktuellen Welt zu begreifen. (am Übers. rg)