Der letzte Stand des Irrtums

Von: Felix Uhlmann

Felix Uhlmann entwirft in seinem 2023 erschienenen, bemerkenswerten literarischen Erstling eine Dystopie: in einem namenlosen europäischen Land unterdrückt eine Volksgruppe die andere. In sachlicher Sprache, die das Klima der Verfolgung ohne grelle Details beklemmend wiedergibt, wird von einem Ingenieur erzählt, der in ein Gefangenenlager gebracht wird. Bei der Flucht wendet er Gewalt an. Erinnerungen an eine Liebesbeziehung offenbaren die reiche innere Welt des scheinbar Ungerührten. Kann er damit dem Terror trotzen oder macht er sich gerade dadurch zum gefügigen Opfer? (dm)

Ein Mann baut Getriebe. Er wird verhaftet und in ein Lager geführt, weil er der falschen Volksgruppe angehört und am falschen Ort geblieben ist. Er denkt über sein Leben nach. Er denkt über seine Beziehungen nach. Er denkt an einen Ausbruch. Er geht seinen Weg und hält Kurs. Felix Uhlmann beschreibt in seiner Erzählung ein Niemandsland des Hasses und der Gewalt. Der Versehrtheit, aber auch der Liebe. In gnadenloser Konsequenz geht der Namenlose vorwärts. Er stellt keine Fragen, fügt sich den Befehlen mit allen Konsequenzen. Er kennt nichts anderes. Und trotzdem spürt er, dass das bisherige Leben nicht alles gewesen sein konnte. Gleichzeitig weiss er, dass es für vieles zu spät ist. «Uhlmanns nüchterne, kompakte und bis zuletzt spannende Schilderung des Geschehens konfrontiert uns mit schauerlichen Abgründen und existenziellen Fragen.» Dagmar Brunner, Kulturjournalistin (Edition 8)

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