Der Halbbart

Von: Charles Lewinsky

Wie genau es zu der legendären Schlacht am Morgarten kam, liegt weitgehend im Dunkeln. Charles Lewinskys umfangreicher Roman Halbbart weiss es. Es ist eine böse Geschichte, welche die Sieger in kein gutes Licht stellt. Zur listigen Erfindung gehört eine sympathische Erzählerfigur, der dreizehnjährige Sebi. Er findet am Erzählen so sehr Gefallen, dass er es zu seinem Beruf macht. Die Erzählfreude, von der das Buch lebt, ist so auch eines seiner Themen, ohne dass die manipulative Seite von Narrativen ausgeblendet würde. Die interessanteste und verstörendste Figur, der Titelheld Halbbart, spielt nur zu Beginn des Buchs eine wichtige Rolle. Er könnte sonst dem temperierten Lesespass, den das Buch geschickt zu vermitteln weiss, gefährlich werden. (dm)

Der Sebi ist nicht gemacht für die Feldarbeit oder das Soldatenleben. Viel lieber hört und erfindet er Geschichten. Im Jahr 1313 hat so einer es nicht leicht in einem Dorf in der Talschaft Schwyz, wo die Hacke des Totengräbers täglich zu hören ist und Engel kaum von Teufeln zu unterscheiden sind. Doch vom Halbbart, einem Fremden von weit her, erfährt der Junge, was die Menschen im Guten wie im Bösen auszeichnet – und wie man auch in rauhen Zeiten das Beste aus sich macht. Ein Roman voller Schalk und Menschlichkeit, der zeigt, wie aus Geschichten Geschichte wird. (Buchpräsentation Diogenes Verlag)

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