Der Agent der kleinen Dinge erwacht am Bach

Von: Francesco Micieli

Francesco Micielis neuer Roman ist die skurril-chaotische Fortsetzung seines Romans Der Agent der kleinen Dinge (2014). Eine Person erwacht am Bach – offenbar ist sie niedergeschlagen worden – und versucht Ordnung in die Erinnerungen zu bringen. Sukzessive erfährt der des Gedächtnisses Verlustige, dass er wohl der seit Tagen vermisste Agent ist. Obwohl er mehr herumstolpert als bewusst agiert, trägt er wesentlich zur Lösung des Falls bei. Elegant verbindet Micielis neues Genre der Kriminalliteratur soziale Probleme – Klimafragen, Fragen der Sicherheit und des Aberglaubens – mit dem Erzählstrom. Dabei tippt der Erzähler nur leicht an, er erdrückt nicht mit Details. Die vergnügliche Lektüre lässt so viel Raum für den je eigenen «Film». (ah)

Als Angelo, der Agent der kleinen Dinge, wieder zu sich kommt, weiss er nicht, wo und wer er ist. Er findet in der Jackentasche eine Visitenkarte mit (s)einem Namen. Und wie durch ein Wunder erwacht er als belesener Mensch, der beinahe in jedem Augenblick seines Lebens eine Passage aus einem Artikel, Essay oder Roman zitieren kann. Der Zufall mischt in der Geschichte kräftig mit, er hält nach dem Erwachen die Fäden in der Hand, und so kann Angelo einen gefährlichen Angriff auf die demokratische Ordnung des Dorfes abwenden. *Der Agent der kleinen Dinge erwacht am Bach* ist das zweite Buch, das Francesco Micieli über den selbst ernannten Privatdetektiv geschrieben hat. Der erste Band erschien 2014 im Zytglogge Verlag. (Die Brotsuppe)

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